Eigene Beiträge

Liebe Mitglieder und Interessierte,

es wird höchste Zeit für einige Informationen unsere Vereinsarbeit betreffend. Die Coronakrise hat uns ja immer noch voll im Griff, auch wenn sich so etwas wie eine Normalität eingestellt hat.

Als erstes möchte ich von der Aktion "Platz schaffen mit Herz" berichten. Nachdem wir bereits einmal ein Preisgeld von 500 € erhalten konnten, war die vergangene Aktion für uns leider nicht erfolgreich. Wir haben zwar einige Kleiderspenden erhalten und konnten so einige einsenden. Da wir aber absehen konnten, dass es für ein Preisgeld nicht reichen würde, haben wir unsere Voting-Punkte aufbewahrt. Insgesamt hatten wir so 27 Punkte in petto.

Das neue Voting hat bereits am 05.08. begonnen und endet am 02. Februar 2021. Zurzeit liegen wir auf Platz 75 mit insgesamt 29 Punkten. Bitte macht alle mit, es will mir nicht in den Kopf, dass z.B. die Kaninchenhilfe Nordfriesland bereits 388 Punkte hat und wir es nicht schaffen sollten auf einen der 70 mit einem Preisgeld dotierten Plätze zu kommen. Damit möchte ich nichts gegen Kaninchen sagen bzw. die Arbeit des Vereins nicht schmälern.

Niemand braucht in den eigenen Kleiderschrank zu greifen. Fragt Freunde und Verwandte. Wer Info-Material benötigt, kann sich bei mir melden. Oder es auf der Seite www.platzschaffenmitherz selber runterladen. Ich habe z.B. Kleidung aus einer Hamburger Schule bekommen, die dort liegengeblieben und nicht mehr zugeordnet werden konnte. So konnte ich heute 7 Pakete versenden.

Das Versenden ist kinderleicht und kostenfrei! Gerne nehme ich Kleiderspenden entgegen. Bitte ruft mich an: Telefon: 04821 9006672 oder 01516 5236624.

Die Arbeit unserer Sozialpraxis:

Über die veränderte Situation seit der Wahl der Nea Demokratia hatten wir ja bereits berichtet Nun hat sich die KIFA dem Dachverband der Sozialen Solidaritätskliniken und -apotheken (SSKA) angeschlossen. Ein Netzwerk, dass bereits 2013 gegründet wurde. Die Kliniken, die diesem Netzwerk angehören, arbeiten weiter unabhängig und sind lokal verankert. Die Ziele sind in einer gemeinsamen Charta formuliert, die von allen Kliniken anerkannt und unterschrieben wurden. Ein weiterer Vorteil ist, die Möglichkeit Medikamente auszutauschen.

Hier ein Auszug aus der Charta:

Die SSKA sind unabhängige, selbstbestimmte, selbstorganisierte und selbstverwaltete Kollektive von Menschen, die unversicherten, mittellosen und arbeitslosen Patienten, Griechen und Migranten, medizinische und pharmazeutischen Grundversorgung freiwillig und absolut unentgeltlich anbieten, ohne Diskriminierung, unabhängig von Religion, Staatszugehörigkeit, sexueller Orientierung, Geschlecht und Alter. Außerdem fordern sie durch konkrete Initiativen, Aktionen und öffentliche Präsenz den Zugang unversicherter Patienten zur unentgeltlichen weiterführenden Versorgung in öffentlichen Krankenhäusern und die effektive Aufhebung aller Zugangsbeschränkungen.

Die Charta der SSKA ist vollständig auf der Seite der Sozialpraxis www.kifa-athen.gr einsehbar. Die Seite ist in verschiedenen Sprachen, so auch auf deutsch verfügbar.

Aktuelles:

Grundsätzlich hat sich die Situation der Menschen in Griechenland während der Coronapandemie verschlechtert. Griechenland hat zwar immer noch sehr moderate Infektionszahlen, die auf ein gutes und rigides Krisenmanagement zurückzuführen sind. Die Regierung Mitsotakis hat sehr früh und entschlossen reagiert. Bei einem Land jedoch, das sich gerade von einer großen wirtschaftlichen Krise erholte, war abzusehen, dass es durch die Pandemie stark getroffen werden würde.

Nach unseren Informationen, werden nun neben der Patientenversorgung auch Flüchtlinge, insbesondere Minderjährige, die in geschlossenen Einrichtingen untergebracht sind mit Lebensmitteln, Kleidung, Hygieneartikeln und Medikamenten versorgt. Weiterhin werden die Lager Amygdaleza und das Camo Scaramangas mit allem unterstützt, was benötigt wird. Lena, eine Mitarbeiterin der Praxis schreibt uns, dass 800 kg Reis gekauft wurden, um Bedürftige damit zu versorgen.

Von einer Itzehoer Apotheke erhielten wir eine Anzahl von Lesebrillen. Uns überschrascht der übergroße Dank der Mitarbeiter. Die Lesehilfen wurden dringend gebraucht.

Die Arbeitslosigkeit in Griechenland ist wieder auf ca 17 % gestiegen, der Anteil der bis zu 25jährigen jungen Erwachsenen beträgt davon erschreckende 37,5 %.

Mirko Broll, ein junger Soziologe an der Ludwig-Maximillians-Universität Münschen forscht seit 2 Jahren zu dem solidarischen Gesundheitssystem in Griechenland. Seiner Meinung nach werden die Praxen in Coronazeiten wieder wichtiger werden. Die Gründe hierfür sind die steigende Arbeitslosigkeit sowie ein Anstieg an Krankheiten, da die Menschen ökonomisch schlechter gestellt sind. Aufgrund der hohen Eigenbeteiligung werden sich noch mehr Menschen eine adäquate Gesundheitsvorsorgung nicht mehr leisten können. Weiterhin ist zu erwarten, dass es in Krisen einen Anstieg an Krankheiten gibt, da Menschen sich nicht mehr ausgewogen ernähren können und auch psychische Erkrankungen können zunehmen.

Die KIFA benötigt also weiterhin unsere Unterstützung. In diesem Jahr ist es jedoch besonders schwer, da wir bislang keine Veranstaltung durchführen konnten. Aber das kann sich ja nun ändern. Für Ideen und Anregungen sind wir dankbar!
Gerd befindet sich noch bis zum 02.11. in Griechenland und wird die letzten 2 Wochen in Athen verbringen. Dann wird er Medikamente einkaufen. Wir hoffen auch noch auf weitere Geldspenden. Daher bitte ich noch einmal eindringlich um eure Unterstützung!! Setzt euch für unser Anliegen ein. Griechenland ist gerade in aller Munde, der schreckliche Brand in Moria sollte uns alle motivieren unsere Kräfte noch einmal zu bündeln und uns für unsere Mitbürger auf dieser Welt einzusetzten.

Herzliche Grüße
der Vorstand